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Mikroskopiearten

Standard-Lichtmikroskopie

Standard-Lichtmikroskope werden für die Laborroutine in Forschung und Diagnostik bei einfachen Standardanwendungen eingesetzt, die keine speziellen Sonderausstattungen benötigen. Hierfür werden einfache optische Systeme und Objektive verwendet.

 

Phasenkontrastmikroskopie

Phasenkontrastmikroskopie ist ein kontrastverstärkendes Verfahren, um Strukturen zu visualisieren, die im normalen Hellfeld-Mikroskop nur schwer zu erkennen sind, ohne die Notwendigkeit einer Färbung. Beim Durchdringen eines Mediums breitet sich Licht, je nach Brechungsindex des Medium, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aus. Es kommt zu Phasenunterschieden, die mittels Phasenringen als Helligkeitsunterschiede im Mikroskop dargestellt werden können. Die Anwendungsbereiche der Phasenkontrastmikrokopie liegen hauptsächlich in der Beobachtung lebender biologischer Proben, um feine Strukturen kontrastreich darstellen zu können.

 

Fluoreszenzmikroskopie

Durch das physikalische Prinzip der Fluoreszenz können selektiv definierte Strukturen mit hohem Kontrast dargestellt, während nicht fluoreszierende Strukturen ‚ausgeblendet‘ werden, um einen hohen Bildkontrast zu erhalten. Hierfür sind Fluoreszenzfarbstoffe (Fluorochrome) notwendig, die Strukturen mittels spezieller Anregungs- und Emissionsfilter im Mikroskop sichtbar werden. Es ist eine Vielzahl von Fluoreszenzfarbstoffen unterschiedlichster Farben erhältlich, die in vielen molekularbiologischen, biomedizinischen und klinischen Forschungsgebieten eingesetzt werden. Zum Beispiel für die Immunhistochemie, Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung und zur Visualisierung von Zellen oder Zellbestandteilen lebender/fixierter Proben.

 

Dunkelfeldmikroskopie

In der Dunkelfeldmikroskopie wird durch indirekte Beleuchtung des Präparats ein kontrastverstärktes Bild erzeugt, wodurch auch ungefärbte Präparate kontrastreich dargestellt werden können. Das direkte Licht wird am Objektiv vorbei geleitet, lediglich am Präparat erzeugte Streustrahlen werden vom Objektiv aufgenommen. Dadurch erscheint der Hintergrund dunkel bis schwarz, nur das Präparat wird ausgeleuchtet, dadurch können auch kleine Strukturen mit hohem Kontrast dargestellt werden. Die Dunkelfeldmikroskopie findet in der Biologie und Medizin besonders bei transparenten und kontrastarmen Präparaten Verwendung, zum Beispiel bei der Analyse von Blut, Kleinstlebewesen oder Kleinstpartikeln in der Materialforschung.

 

Polarisationsmikroskopie

Die Polarisationsmikroskopie wird zur Analyse optisch anisotroper Proben eingesetzt. Hauptziel der Polarisationsmikroskopie ist weniger die Vergrößerung, sondern vielmehr die Untersuchung optischer Eigenschaften wie Brechungsindex oder Doppelbrechungseigenschaften zur Proben-Analyse. Die Methode wird hauptsächlich in der Mineralogie und im industriellen Bereich zur Untersuchung von Kunststoffen oder mineralischen Baustoffen angewendet, um Erkenntnisse über deren Zusammensetzung zu gewinnen.

 

Metallurgische Mikroskopie

Ein metallurgisches Mikroskop ist eine spezielle Version des Standard-Lichtmikroskops zur Untersuchung von Werkstoffen, wie z.B. Metallen, Kunststoffen, Keramik und anderen Materialien. Da Werkstoffe meist nicht transparente Feststoffe sind, verfügen metallurgische Mikroskope häufig über eine Auflichtbeleuchtung. Zudem zeichnet sich dieser Mikroskop-Typ durch umfangreiche Vergrößerungsoptionen aus, z.B. für detaillierte Untersuchungen der Oberflächenstruktur. Anwendungsgebiete der metallurgischen Mikroskopie sind Industrie, Materialforschung und Wissenschaft.

 

Inverse Mikroskopie

Ein inverses Mikroskop ist im Grunde ein auf den Kopf gestelltes Lichtmikroskop. Bei diesem Typ ist das Objektiv unter dem Objekttisch angebracht und zeigt von unten auf die Probe. Deshalb werden inverse Mikroskope meist für Lebendzellanalysen von Zellkulturen in Nährmedien eingesetzt. Da hierfür nicht nur Deckgläsern (Dicke 0.17mm) sondern auch Zellkulturen auch Kulturschalen mit unterschiedlich dicken Boden verwendet werden, werden in einigen Modellen spezielle Objektive angeboten, die über eine Korrekturmöglichkeit der Deckglasdicke verfügen. Zudem wird die inverse Mikroskopie auch für Untersuchungen dickerer Präparate eingesetzt. Inverse Mikroskope sind auch als Dunkelfeld-, Polarisations- oder Fluoreszenzmikroskope verfügbar.